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Hitze im Fahrerhaus reduzieren: Diese Maßnahmen sind förderfähig

Symbolbild (KI-generiert)

Bis zu 60 Grad Celsius können die Temperaturen im Fahrerhaus eines LKW bei sommerlichem Wetter erreichen. Die gesundheitliche Belastung des LKW-Fahrers ist ohne Hitzeschutzmaßnahmen im LKW enorm: Es drohen Dehydrierung, Schwindel, Erschöpfung bis zum Hitzschlag. In den Ruhe- und Übernachtungszeiten führt die Hitze zu Erholungs- und Schlafmangel. Keine Frage: Hitze im Fahrerhaus führt genau aus diesen Gründen zu Konzentrationsverlust und Übermüdung und erhöhen das Unfallrisiko auf unseren Straßen massiv. Hitze im Fahrerhaus schadet also nicht nur dem LKW-Fahrer, der sie erleiden muss. Hitze im Fahrerhaus ist ein gewaltiges Risiko für alle Menschen auf unseren Straßen. Hitze im LKW muss bekämpft werden.

Das deutsche Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) geben hier auch die allgemeinen Rechte von Arbeitnehmern bei Hitze vor:

InnentemperaturRechtliche Einstufung & Pflichten des Arbeitgebers
Ab 26 °CDer Arbeitgeber sollte erste Maßnahmen ergreifen (z. B. Sonnenschutz an Fenstern, Bereitstellung von Getränken).
Ab 30 °CDer Arbeitgeber muss wirksame Schutzmaßnahmen umsetzen (z. B. Lockerung von Bekleidungsvorschriften, Lüftungskonzepte, Bereitstellen von Trinkwasser).
Über 35 °CDer Raum gilt ohne weitere technische Schutzmaßnahmen (wie Luftduschen oder Entwärmungspausen) als nicht mehr als Arbeitsraum geeignet.

Das Problem: Diese Rechte gelten für Büros, Hallen und auch den Außendienst. Das Fahrerhaus des LKW gilt dagegen nicht als klassische Arbeitsstätte im Sinne der ArbStättV. Aber natürlich sind unsere LKW-Fahrer nicht schutzlos der Hitze (oder dem Chef) ausgeliefert:

Zum einen verpflichtet § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) den Arbeitgeber ganz allgemein, die Gefährdungen für die Gesundheit aller Beschäftigten zu beurteilen – und natürlich auch zu minimieren. Eine Fahrerkabine mit 45 Grad Celsius oder mehr gefährdet die Gesundheit des LKW-Fahrers natürlich akut.

Zum anderen darf ein Transportunternehmer seine Fahrer nicht wissentlich in einen LKW mit überhitzter Fahrerkabine setzen: Wie oben beschrieben, lässt die Konzentration bei solcher Hitze massiv nach. Die Reaktionszeit verlängert sich – und zwar ab 40 Grad Celsius drastisch. Das Unfallrisiko steigt. Der Unternehmer würde mit seiner Entscheidung die sichere Teilnahme im Straßenverkehr gefährden.

Die Hitze im LKW-Fahrerhaus hat also drei Folgen:

  • Hohes gesundheitliches Risiko für den LKW-Fahrer
  • Hohes wirtschaftliches Risiko für den (Transport-)Unternehmer
  • Hohes Risiko für andere Verkehrsteilnehmer.

Das Förderprogramm Umweltschutz und Sicherheit, ehemals De-Minimis, bietet eine perfekte Lösung zur Bekämpfung von Hitze im LKW. Es fördert Hitzeschutz in allen Preisklassen. Mit einer Zuschusshöhe von 80%. Bei einem Eigenanteil von 20% gibt es keinen Grund dafür, daß ein in Deutschland zugelassener LKW ohne Hitzeschutz auf unseren Straßen unterwegs ist.

Übrigens: Eine internationale Studie hat das Verhalten von Schwerlast-LKW-Fahrern bei extremen Temperaturen über einen längeren Zeitraum untersucht. Das Hauptergebnis der Studie war, daß die Hitze in den Erholungsphasen (Off-Duty-Rest) massiv stört. Was wiederum zu akuter Müdigkeit am Steuer (On-Duty Fatique) und damit zu einer signifikanten Zunahme von riskantem Fahrverhalten führt. Besonders interessant und Anlass für unsere Deminimis-Depesche: Bei LKW-Fahrern, deren Arbeitgeber die Hitze im LKW bekämpften – beispielsweise mit Standklimaanlagen – war das unfallträchtige Risikoverhalten deutlich geringer. Die Studie ist auch im Fachjournal ScienceDirect veröffentlicht worden und hier abrufbar: Too hot to haul? the impact of temperature on labor supply and performance of truck drivers – ScienceDirect) https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0095069626000586

Vier wirksame Maßnahmen gegen Hitze im LKW-Fahrerhaus

Das Förderprogramm Umweltschutz und Sicherheit unterstützt mit Zuschüssen von bis zu 80% gleich mehrere Wege, die Hitze im Fahrerhaus zu bekämpfen. Sie unterscheiden sich (etwas) in der Wirkung und (vor allem) in den Anschaffungskosten. Bestimmte Anschaffungen sollten aber unbedingt bedacht werden, wenn man ohnehin einen Zuwendungsbescheid in der Schublade hat: Niedrigschwelliger Hitzeschutz wie bestimmte Rollos (nicht alle sind förderfähig) sind schnell montiert, nutzen Lücken im Förderhöchstbetrag und vor allem: Ihr LKW-Fahrer hat sehr viel davon.

Wir stellen Ihnen in kurzem zeitlichen Ablauf die vier wirksamsten, geförderten Maßnahmen gegen Hitze im LKW vor:

Teil 1: Elektrische Standklimaanlage im LKW: Nachrüstung, Kosten & 80% Förderung

Eine der besten Lösungen für die Bekämpfung von Hitze im LKW und die Kühlung während der Ruhezeiten: Die Standklimaanlage. Die Nachrüstung kostet zwischen 1.900 Euro und 4.000 Euro, 80% dieser Kosten können über das Förderprogramm Umweltschutz und Sicherheit, ehemals De-Minimis, erstattet werden.

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